fritschi hat geschrieben:Wenn ich am TV die schärfe ganz hoch stelle fällt mir auf das z.b. bei der Darstellung von Himmel es kein einheitliches Blau sondern viele viele Blaue Flecken sind (vielleicht vergleichbar mit der 16bit Darstellung einer 32Bit Grafik am PC).
Letztendlich ist es auch sowas. Die Bilder werden mit 8 Bit pro Farbkomponente übertragen. Das heißt es gibt gerade mal 256 Blauabstufungen. Das reicht nicht immer, um absolut stufenlose Farbverläufe darzustellen. Das ist grundsätzlich ein Problem der digitalen Datenübertragung. Somit tritt dieses Phänomen auch durchaus bei DVDs auf. Nur sind diese meist sehr sorgsam encoded, wobei versucht wird, solche Fehler zu minimieren. Das kann bei der Echtzeitcodierung der Fernsehsender nicht immer so optimal gemacht werden.
Das heißt Du erkennst hier tatsächlich einen Mangel der momentanen digitalen Übertragung.
Stelle ich die Schärfe ganz runter ist der Effekt weg dafür wirkt das Bild unscharf / weich.
Was ja im Prinzip auch die Aufgabe des Schärfereglers ist, bei ganz runtergeregelt unscharf zu machen. Insofern klingt das logisch. Dadurch verwischt der Fernseher die Farbabstufung. Am anderen Ende, wenn Du auf besonders scharf stellst, dann werden Kontraste angehoben, also speziell alle Kanten überzeichnet. Darum fällt dort der Helligkeitsprung in der Farbe dann besonders auf. Im Prinzip ist eine mittige Einstellung des Schärfereglers optimal, da dann weder das Bild übertrieben überzeichnet, noch verwaschen wird.
Als LNB kommt bei mir ein Edision QSL5 in Frage der ja sehr gut sein soll (Test). Das Scartkkabel ist 3m lang (leider) und von normaler Qualität. RGB ist eingestellt. Diese Effekte sind mal mehr mal weniger sichtbar. Besonders fällt das auf bei der Darstellung von Haaren, Gesichtern, Zäunen.
Das ist der nächste digitale Effekt. Besonders feine Strukturen mit starken Kontrasten können sehr schlecht mit MPEG wiedergegeben werden. Das liegt an dem verwendeten Komprimierunsverfahren, das dem von JPEG ähnelt. Dort ist dies ein ähnlicher Effekt, so dass um solche scharfen, feinen Elemente immer leichte Schlieren entstehen.
Aber auch dieser Effekt müsste bei DVDs genauso bemerkbar sein. Wenn Dir das alles auffällt, dann bist Du ein sehr sorgfältiger Beobachter.
Bei meinem alten Sat ist mir das nicht aufgefallen?
Wenn der alte Sat bisher analog war, dann kannst Du Recht haben. Meine Eltern hatten früher einen analogen Nokia-Receiver und sind dann auf einen digitalen Kathrein gewechselt. Und der macht deutlich flauere Farben als der Nokia. Also nicht alles was digital ist, muss unbedingt besser sein. Wobei meiner Ansicht nach der Topfield schon ein ordentliches und farbkräftiges Bild produziert, um Längen besser als der Kathrein. Beide Geräte sind etwa 2 Jahre alt.
Darstellung scharfer Farbübergänge besser als früher (kaum mehr Saum), was ja vorwiegend am LNB liegt
Das ist nun wiederum ein Fehlschluss. Richtig, bei analog hat der LNB evtl. solche Auswirkungen, aber bei digital muss der LNB nur noch ordentlich Nullen und Einsen rüberbringen. Das Bild wird erst im Receiver generiert, und dann können solche Säume entweder nur noch von der MPEG-Codierung kommen (s.o.), oder durch den Weg vom Receiver zum Fernseher, also die Übertragungstechnik (z.B. starke Säume bei FBAS) bzw. die Kabellänge (langes Scartkabel).
Kann das am Scartkabel liegen
Eventuell ja. Bei 3m wird es schon langsam kritisch, dass ein evtl. noch vorhandenes anderes Signal (z.B. vom Video-out vom Fernseher raus) auf die Leitung einkoppelt. Das gibt dann im Extremfall sogar Schattenbilder. Bei kurzen Kabeln tut es auch ein preiswertes Kabel. Bei 3-5m ist gerade so die Grenze, wo man auf gut und einzeln abgeschirmte Kabel schon so langsam Wert legen sollte, noch längere Kabel sollten dann auf jeden Fall wirklich gute Qualität haben.
Gruß,
Hagge