nollipa hat geschrieben:Dann frage ich dich, welche strengen Auflagen du z.B. Griechenland auferlegen willst. Geld können die nicht zahlen, Auflagen können nicht erfüllt werden. Irgendwann hast du also nicht nur Milliarden irgendwo reingesteckt und nichts erreicht, sondern Billionen. Deswegen meine Meinung: Je schneller so ein Land draußen ist, desto besser. Das kostet einmal Geld und nicht ständig. Zudem besteht durch die Abwertung die Möglichkeit auch wirtschaftlich wieder den Anschluß zu finden.
Alles wahr. Der Ausstieg aus der Währungsunion kann aber doch nicht ohne Zustimmung der Griechen selbst erfolgen. Also wären viele gute und viele böse Worte und vor allem viel weiteres Geld nötig, um ihnen das schmackhaft zu machen. Eine Sekunde nach der Ankündigung des Ausscherens aus dem Euro würden die Griechenbürger aus Angst vor Wertverlust ihre Konten plündern und damit ggf. ihre Banken in die Pleite schicken. Würde ihnen das untersagt, käme die Binnenwirtschaft fast vollständig zum Erliegen. Schöner Neustart!
Es gibt eine - theoretische - Alternative: Die Währungsunion bleibt, und nicht Griechenland scheidet aus, sondern Deutschland, vielleicht im Verbund mit Österreich, den Niederlanden, Dänemark, Finnland ... Eines hätte diese andere Währung, nennen wir sie "Taler", ganz sicher nicht zu fürchten: Eine Abwertung.
Theoretisch bleibt diese Alternative deshalb, weil Merkels Regierung sich so einen "Verrat" derzeit nie trauen würde. Aber abhängig davon, wie schlimm es noch wird, könnte das bereits unter ihrem Nachfolger ein Thema werden.
Wenn die derzeitige Währungsunion ein Fehlkonstrukt ist, muss sie umgebaut oder abgeschafft werden. An der Vision eines vereinigten (und halbwegs einigen) Europas ändert das für mich aber nichts.





