Bonni hat geschrieben:Nein, Studiengebühren sind kein Schwachsinn. Wir ich vor 27 Jahren, erfährt meine studierende Tochter z.Zt. was Studieren ist: Ausfallende Vorlesungen, ausfallende Seminare, ausfallende oder überfüllte Praktika. Mit Studiengebühren, vom Semesterjob - den gibt's irgendwie immer - oder vom BaFöG hat man als Student endlich mal eine Handhabe dagegen vorzugehen. Ansonsten Geld zurück, was den Hochschulen aber gar nicht gefallen wird.
Hihi, war das nicht meine Aussage? Sobald Geld im Spiel ist, steigt der Qualitätsanspruch und die Leute werden das wenn notwendig auch rechtlich durchsetzen. Q.E.D.
Ansonsten Thema Studiengebühren. Ich weiß, man kann unterschiedlicher Meinung sein. Darum hier in ein paar Sätzen und eigentlich viel zu knapp *meine* persönliche Meinung dazu.
Gebühren für Langzeitstudenten empfinde ich als recht sinnvoll, von mir aus auch mit steigender Tendenz je länger die Studienzeit. Es soll durchaus ein Anreiz da sein, halbwegs flott fertig zu studieren. Grundsätzliche Studiengebühren ab dem 1. Semester halte ich jedoch für einen Fehler. Deutschland lebt davon, das es technisch und wissenschaftlich eine Topposition hat. *Das* ist das einzige, was uns auf Dauer internationale Wettbewerbsfähigkeit und damit Weiterbeschäftigung garantieren kann. Wenn man aber den wissenschaftlichen Nachwuchs bremst, indem man ihm Hürden in den Weg legt -- und Geld ist eine enorme Hürde -- gräbt man sich nach und nach diese Zukunft ab. Bildung sollte *das* zentrale Thema der Regierung sein. Ohne Bildung geht nichts und alles, was man jetzt an Bildung spart oder bremst, wird sich in ein paar Jahren hundert- oder tausendfach negativ zurückzahlen. Davon bin ich fest überzeugt.
Zudem ist entgegen anderen Ländern noch kein ausreichendes Stipendien-System etabliert, das den weniger Bemittelten einen Ausgleich ermöglicht. Somit wird Studieren für Leute ohne dickes finanzielles Polster tatsächlich schwer bis unmöglich. Aus meiner Sicht komplett unfair. War nicht ein Grundsatz unseres Systems die Gleichberechtigung aller bei der Ausbildung?
Und wer denkt, dass die Unis durch die Gebühren mehr Geld haben, irrt gewaltig und hat sich nicht informiert. Das, was die Unis nun durch Gebühren mehr einnehmen, wurde ihnen im Vorfeld schon jetzt vom Haushalt gestrichen. Für die Unis ist das also ein Verlust, oder allerhöchstens ein Nullsummenspiel, aber keinesfalls ein Gewinn. Woher, also von welchem Geld, sollen also die besseren Lehrbedingungen kommen? Wer glaubt, durch die Studiengebühren ändert sich irgendwas zum Besseren, lebt in einer kompletten Illusion. Und ich sage das nicht einfach nur so daher, sondern habe etwa vor einem Jahr mit meinem ehemaligen Chef und Professor darüber gesprochen. Ich bin da jetzt seit 8 Jahren raus, aber er, der ja in der Zwickmühle noch drin steckt, sah das alles noch viel düsterer.
Fazit: die Qualität des Studiums wird so bleiben wie sie war, nur jetzt kostet Studieren eben Geld. Was ist daran toll?
OK, nun aber zurück zum Thema.
joesteiper hat geschrieben:Weiterhin ist es fraglich, wieviele ihre Schüssel auf Hotbird stellen werden; von dem Programmangebot dort und der Tatsache, dass viele Leute gar keine anderen Satelliten als Astra kennen, ganz zu schweigen.
Naja, wenn Astra verschlüsselt, würde diese Info wohl ziemlich schnell bekannt werden.
Ebenso ist der Marktanteil von "Das Vierte" und "Tele5" eher gering.
Noch. Aber auch das würde sich spontan ändern, wenn das auf einmal noch die einzigen halbwegs ordentlichen FTA-Programme sind. Und wenn die auf einmal einen so enormen Zuschauerzuwachs bekommen, steigen die Werbeeinnahmen und damit kann auch die Qualität des Senders steigen.
Gruß,
Hagge